Solidarität mit Rojava und der Fridays for Future Ortsgruppe Qamishlo!

Oct 7, 2019 Rojava Solidarität

Das kurdische Gebiet in Nordsyrien, Rojava, wurde weitestgehend befreit. Die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten, die YPG und YPJ, sowie ihre Bündnispartnerinnen innerhalb der SDF drängten den sogenannten ,,Islamischen Staat” erfolgreich zurück. In Rojava wurde ein System aufgebaut, welches den Ideen des demokratischen Konförderalismus folgt. Die drei Grundpfeiler dieser Ideologie sind Feminismus, Ökologie und Basisdemokratie. In allen Positionen gibt es eine Doppelspitze, es gibt ein Frauendorf und zahlreiche Frauenhäuser als Rückzugsorte und eine eigene Frauenmiliz. Es gibt die Kampagne Make Rojava Green Again und eine Fridays for Future Ortsgruppe in Rojava. Rojava ist ein Rätesystem, indem die Entscheidungen basisdemokratisch gefällt werden. Die Wirtschaft soll verstärkt in Kooperativen organisiert werden. So werden möglichst viele bei politischen, ökonomischen und ökologischen Fragen miteinbezogen. Seit Jahrzehnten wird das kurdische Volk in der Türkei von der türkischen Regierung unterdrückt. Die Region Rojava wurde im Januar 2018 von Erdogan massiv angegriffen. Aus Afrin mussten zahlreiche Zivilistinnen fliehen, viele wurden vom IS und der türkischen Armee ermordet. In den letzten Tagen häuften sich Erdogans Drohungen nun erneut einzumarschieren. Diese Drohungen müssen wir ernst nehmen. Seit Jahren ist die USA in Rojava stationiert. Ihr geht es dabei nicht um den Schutz des fortschrittlichen Systems in Rojava. Die USA ist der mächtigste kapitalistische Staat. Ihre großen Banken und Konzerne wollen ihre Profite weiter steigern, um noch mächtiger zu werden. Dafür ist es ihnen wichtig Zugang zu mehr Ressourcen, billigen Arbeitskräften, weiteren Absatzmärkten zu haben, ihre Handelswege zu sichern und ihre Konkurrentinnen zurückzuschlagen. Aus diesen Gründen marschiert die USA in so viele Länder ein und bekriegt sie. Sie will Staaten von ihnen abhängig machen, weil es ihrer eigenen Ökonomie nutzt. Jetzt hat die USA soeben die Grenzgebiete zur Türkei verlassen. Anscheinend kam es zu einem Deal zwischen der USA und der Türkei und die USA stimmte dem Angriff zu. Der Angriff bereitet uns große Sorgen. **Zahlreichen Zivilistinnen, einem fortschrittliches Gesellschaftsmodell, der Kampagne Make Rojava Green Again und auch Fridays for Future in dieser Region drohen das Ende.** Sie brauchen unsere Solidarität! Es liegt an uns, dies zu thematisieren. Es ist unsere Aufgabe, Solidaritäts-Demonstrationen durchzuführen. Dabei müssen wir auch die Rolle deutscher Konzerne und der deutschen Regierung thematisieren und verurteilen: Haufenweise Waffen und Gelder fließen von Deutschland in die Türkei! Das Thema Krieg ist einer der Gründe, wieso Umweltschutz antikapitalistisch sein sollte: Der Kapitalismus zwingt Konzerne und Staaten zum Konkurrenzkampf und Kriege sind ein Mittel um ökonomische Interessen durchzusetzen. Der Kapitalismus trägt Kriege in sich wie die Wolke den Regen. Nicht nur Kriege sind eine riesige Ursache für Umweltzerstörung, sondern bereits die Kriegsvorbereitungen: Allein die Bundeswehr verursachte bei Kriegsübungen bereits mehrere Brände. In Rojava findet ein Gesellschaftswandel statt: Weg von einem zwanghaften Profitstreben und grenzenlosem Verbrauch hin zur Produktion für die Bedürfnisse. Weg von einer Elite, die Entscheidungen trifft, hin zur massenhaften politischen Partizipation. Wir befürworten diesen gesellschaftlichen Fortschritt. Auch wir stehen für einen gesamtgesellschaftlichen Wandel und sehen dies als Lösung der Klimakrise.

Demonstrationen/Kundgebungen für Rojava:

Lesehinweise:

PS: Wenn wir über die USA oder andere Staaten schreiben, dann meinen wir die Regierung, die Justiz, die Polizei, das Militär usw. sowie die führenden Banken und Konzerne. Es ist nicht die gesamte Bevölkerung gemeint.


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